Nördliches Hochland

Inverness, an der Mündung des River Ness in den Firth of Moray, ist die Hauptstadt des Verwaltungsbezirkes Highlands, und besitzt seit dem Jahr 2000 den Status einer City. Die Stadt gilt als das Tor zu den Northern Highlands und war ursprünglich eine piktische Gründung. Selbst wenn das Stadtbild nicht so reizvoll ist wie das der anderen größeren Städte Schottlands bedeutet Inverness doch für die Bewohner des Nordens die einzige Möglichkeit, größere Einkäufe zu erledigen. Für den Besucher bietet sich ebenfalls die Gelegenheit, hier typisch schottische Mitbringsel zu erstehen, wie z.B. Kleidung aus unverwüstlichem Tweed, den viel gerühmten schottischen Whiskey oder das leckere Shortbread.

Schön anzusehen ist auch Inverness Castle, dessen frühere Burg aus dem 12. Jahrhundert stammte. In den Wirren der Jakobiteraufstände unter Bonnie Prince Charlie wurde das einstige Castle im Jahre 1746 völlig zerstört. Das jetzige Castle wurde in den Jahren 1834 bis 1846 im viktorianischen Stil erbaut und beherbergt heute u.a. den Verwaltungsitz von Inverness.

Cawdor Castle

Nur 16 km weiter nordöstlich von Inverness trifft man auf Cawdor Castle, in dem laut Shakespeares Drama König Duncan von Macbeth ermordet wurde. Tatsächlich fand Duncan im Jahr 1040 in der Schlacht von Elgin durch Macbeth den Tod, und das Castle wurde erst im 14. Jh. errichtet. Sehenswert ist ebenfalls als Erinnerung an den schottischen Kampf um die missglückte Unabhängigkeit das Culloden Battlefield. Hier wurde eine der entscheidenden Schlachten in der schottischen Geschichte ausgefochten. Im Jahre 1746 besiegten die englischen Truppen das letzte Aufgebot der Jakobiter unter Charles Edward Stewart, auch bekannt als „Bonnie Prince Charlie“, der daraufhin ins Exil flüchtete. Ein Besucherzentrum mit Audiovisionsshow (Eintritt) erinnert an diesen glücklosen Versuch, Schottland von der Abhängigkeit zu England zu befreien. Nur ca. 1 ½ km südlich von Culloden liegen die Clava Cairns, eine Anlage aus der Stein- und Bronzezeit, deren Alter auf ca. 2000-1500 Jahre vor Chr. geschätzt. Drei Kammergräber werden von Steinkreisen umgeben (Eintritt frei).

Delfine in Schottland

In der Moray Bucht sind die seltenen Bottlenose Delfine beheimatet. In einem Visitor Centre kann man sich von April bis Oktober über die Lebensbedingungen dieser Wassersäugetiere informieren. 

Ullapool Museum

Nördlich von Inverness beginnt eine karge Bergwelt mit fast menschenleeren Heideflächen und einsamen Lochs. Die Entfernungen zwischen den einzelnen Dörfern werden immer größer. An der Westküste finden sich tiefe Meereseinschnitte, die ebenfalls Lochs genannt werden, umgeben von teils hohen Küstenklippen. Vor den Vertreibungen (den Clearances) gab es hier zahlreiche kleinere Gemeinden, die Menschen führten hier ihr Leben als Crofter. Von Inverness in Richtung Nordwesten liegt der Hafenort Ullapool, der 1788 von der British Fisheries Association gegründet wurde. Es ist ein typischer Fischereihafen und der größte Ort in Western Ross, wie die Region auch genannt wird. Bedeutung hat der Ort auch als Fährhafen, da von hier die Fähren zu den äußeren Hebriden nach Lewis (Stornoway) übersetzen. Der deutsche Maler Oskar Kokoschka fand in Ullapool in den 40er Jahren seine Zufluchtsstätte vor dem Nationalsozialismus.

Das Ullapool Museum & Visitor Centre (Eintritt) wurde mehrfach ausgezeichnet und beschäftigt sich vor allem mit den Massenauswanderungen im 18. und 19. Jh. als Folge der Clearances (Vertreibung der Pächter durch die Großgrund-besitzer zur Gewinnung von Land für die dann in großem Umfang betriebene Schafzucht). Nördlich von Ullapool wird die Landschaft noch einsamer und dramatischer. Die Ortschaften Achiltibuie und Lochinver, die jeweils auf Stich-straßen von der Hauptverbindungsstraße erreichbar sind, bieten sowohl für Einheimische als auch Besucher auf ihrem Weg an die Nordküste Schottlands eine kurzweilige Abwechslung. Lochinver mit der Region Assynt bietet zudem eine Vielzahl an Möglichkeiten zum Wandern und Bergsteigen. Von Ardveck Castle am Loch Assynt, einer einstigen Festung der McLeods, stehen heute nur noch die Ruinen. Bei schönem Wetter eröffnet sich jedoch eine eindrucksvolle Kulisse zwischen den umgebenden Bergen, den Überresten des Castles und dem angrenzenden Loch Assynt.

Die schottische Nordwestküste

Die schottische Nordwestküste ist ebenfalls geprägt von tiefen Meereseinschnitten u.a. Kyle of Durness, Loch Eriboll und Kyle of Tongue, weiter in Richtung Osten nach Scrabster und Thurso ist die Küste dann nicht mehr ganz so stark zerklüftet. Immer wieder trifft man auf hübsche einsame Buchten mit Sandstränden, und teils türkisfarbenem Wasser. Von Scrabster, John O’Groats und Wick gibt es Fährverbindungen auf die nördlich gelegenen Orkney Islands, eine Inselgruppe mit ca. 70 Inseln, von denen allerdings nur 17 Inseln bewohnt sind. Die Hauptorte sind Kirkwall (Verwaltungszentrum) und Stromness, beide auf Mainland gelegen. Im Mittelalter gehörten die Orkneys zum Herrschaftsbereich der Wikinger, die aus Norwegen kommend, die Shetlandinseln und auch die Orkney-Inseln, später zeitweise auch die schottische Westküste für sich beanspruchten. Da die Herrschaft über die nördlichen Inseln viel länger überdauerte, sind hier die meisten Überbleibsel dieser einstigen Kultur zu finden. Viele der Ortsnamen und auch noch heute begangenen Feste gehen auf die Wikingerzeit zurück. Aber auch bedeutende prähistorische Fundstätten aus der Jungsteinzeit lassen sich auf den Inseln besichtigen. Die bekanntesten sind Maes Howe, ein Kammergrab von 35 m Durchmesser, dessen Alter auf 5000 Jahre geschätzt wird, und Skara Brae, eine Steinzeitsiedlung, die 1850 per Zufall durch einen heftigen Sturm soweit freigelegt wurde, dass man sie ab dann archäologisch erforschte. Erwähnenswert ist auch der Ring of Brodgar, eine Ansammlung von 27 Menhiren, deren ursprüngliche Gesamtheit 60 Monolithe ausmachten. Eine kleinere Stätte bilden die Standing Stones of Stennes. Alle diese prähistorischen Zeugnisse befinden sich auf Mainland.

Insel Hoy

In beiden Weltkriegen stellte die zweitgrößte Insel Hoy einen wichtigen Flottenstützpunkt für die britische Marine dar. Die Inseln Mainland, Hoy und South Ronaldsay bilden zusammen einen einzigartigen Naturhafen, der unter dem Namen Scapa Flow bekannt ist. Schon die Wikinger haben die Vorzüge dieses natürlichen Hafens genutzt. Kurz nach dem ersten Weltkrieg wurden hier 74 deutsche Schiffe mitsamt Besatzung interniert. Nachdem in den Waffenstillstands-vereinbarungen von den Siegermächten eine drastische Verkleinerung der deutschen Flotte festgelegt wurde, beschloss der deutsche Admiral von Reuter dieses auf seine Weise zu vollziehen, in dem er eine geheime Versenkung der Schiffe anordnete, damit diese keinen Nutzen mehr für die Briten darstellten. Im zweiten Weltkrieg wurde hier die HMS Royal Oak von einem deutschen U-Boot versenkt, bei dem 833 Seeleute starben, und die danach offiziell zu einem Soldatenfriedhof erklärt wurde. Aufgrund der zahlreichen Schiffwracks gilt die Bucht von Scapa Flow als ideales Taucherrevier. Es gibt verschiedene Tauchbasen, die begleitete Tauchgänge anbieten.

Eindrucksvolle Küstenstraße

Von Ullapool in südwestlicher Richtung gelangt man über eine eindrucksvolle Küstenstraße nach Gairloch, einem kleinen Ferienort mit schönem Sandstrand und guten Wandermöglichkeiten. Im Gairloch Heritage Centre (Eintritt) wird anschaulich über die Lebensbedingungen in den schottischen Highlands von prähistorischer Zeit bis in die Gegenwart informiert. Lohnenswert ist ein Besuch der nicht weit entfernten Inverewe Gardens (Eintritt) am Loch Ewe. Die 20 Hektar große Gartenanlage wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jh. angelegt und präsentiert dem Betrachter eine einzigartige Pflanzenvielfalt aus aller Herren Länder, darunter Azaleen, Rhododendren und andere exotische Baumarten. Die Ausläufer des Golfstromes gewähren fast ganzjährig ein mildes Klima, dass die Üppigkeit des Pflanzenwuchses geradezu begünstigt. Spektakulär ist das Zusammenspiel zwischen Küsten- und Bergpanoramen.

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